Kirche Kossenblatt

Zur Baugeschichte:

Im Kern ist die Kirche ein spätmittelalterlicher (14. Jahrhundert) langgestreckter Feldsteinbau mit einem dreiseitigem Ostabschluss. Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche umgebaut. In diesem Zusammenhang erhielt sie einen kleinen fünfseitigen Fachwerk-Sakristei-Anbau im Osten und einen quadratischen Backstein-Turm im Westen. Der Turm ist mit einem quer zum Kirchenschiff ausgerichteten Satteldach versehen, das quer zum Kirchenschiff ausgerichtet ist. Der Turm hat auf allen Seiten Schallöffnungen. In ihm befindet sich eine Bronze-Glocke aus dem Jahre 1582. Sie wurde von Dietrich Kesler aus Küstrin gegossen und diente einst als Uhr-Glocke. Außerdem sind im Turm drei weitere Glocken untergebracht: Eine Tauf-, Bet- und Sterbeglocke. Diese Glocken wurden in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gegossen. Auf dem Turmdach stehen zwei Spitzen. Die auf der südlichen Seite des Turmdaches stehende Spitze zeigt die Jahreszahlen 1926 und 1973. Die auf der nördlichen Seite befindliche Spitze besteht aus einem Stern und einem Kreuz.

An der Nordseite der Kirche steht ein Inschriften-Grabstein für Friedrich Leonhard Lengenick (gest.1784) und an der Nordseite des Turmgiebels befindet sich das Grab für Johann Albrecht von Barfuß (gest. 1704). Er war ab 1695 kurbrandenburgischer Generalfeldmarschall und derjenige, der den Bau des Kossenblatter Barock-Schlosses in Auftrag gab. Seine Frau Eleonore, geb. Gräfin von Dönhoff, beendete im Jahre 1711 den Schlossbau.

Zur Ausstattung:

Der Altar, der zwei Stufen erhöht steht, wird von einem vergoldeten Kruzifix geschmückt, das links und rechts von je einem Leuchter umgeben ist. Auf der Rückseite des Längsbalkens (im unteren Bereich) ist der Künstler genannt: „TH. PRÜFER BERLIN. Modell 552.“

An der östlichen Polygonseite – über den beiden rustizierten Durchgängen zur Sakristei – befindet sich die hölzerne Kanzel, die vom preußischen König Friedrich Wilhelm I. gestiftet worden ist. Die Kanzel entstand um 1736 und ist seitlich von Pilastern gerahmt. Der bauchige und polygone Kanzelkorb, dessen Brüstungsfelder mit vergoldeten Blumengehängen versehen sind, wird nach unten hin durch einen Pinienzapfen abgeschlossen. An der Sichtseite des Schalldeckels ist die Wappenkartusche des Prinzen August Wilhelm von Preußen angebracht. Auf dem Schalldeckel steht ein geschnitzter goldbekrönter Adler, der links und rechts von je zwei Vasen umgeben ist.

An der nordöstlichen Polygonseite des Altarraums stehen drei figürliche Epitaphien für die Frauen A. von Klitzing und B. von Flansin (beide starben im Jahre 1608) und für Georg von Oppen (gest. 1609). Die Familie von Oppen war von 1581 bis 1699 Besitzer von Kossenblatt.

n der Nordwand hängen zwei Öldruck-Bilder. Beide Bilder zeigen Jesus mit Jüngern. Sie sind Geschenke eines Gemeindegliedes. Vor der sogenannten Königsloge in der Südwand steht die Taufe. Sie ist aus Stein gearbeitet, rund und entstand im Jahre 1964. Die Taufe hat eine umlaufende Schrift (Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben).

Die sogenannte Königsloge (in der Südwand) hat eine architektonische Stuckrahmung. Der hier stehende Lehnstuhl entstand in barocker Zeit (17. Jahrhundert). Die Loge hat ein trophäengeschmücktes Bogenfeld. Vor dem darüberliegenden Schlussstein ist ein prächtiger Helm angebracht. Er erinnert an die Schlusssteine im Schlüterhof des Berliner Zeughauses, in dem sich heute das Deutsche Historische Museum befindet.

Rechts neben der Königsloge (ebenfalls an der Südwand) hängt ein Öl-Bild. Es zeigt Pastor David Stein. Dieses Bild wurde im Jahre 1661 von Oppen und Panwitz gestiftet.

Die Kirche hat eine hufeisenförmige hölzerne Empore, die von Pfosten getragen wird. Das mittlere Brüstungsfeld der Westempore zeigt ein genageltes eisernes Kreuz aus dem 1. Weltkrieg. Jeder Nagel kostete Geld und davon wurde seitens der Gemeinde der genannte Krieg mitfinanziert.

Auf der Westempore steht die Orgel. Das Instrument hat ein Manual, Pedal, vier Register und wurde im Jahre 1858 von Heinrich Stahl aus Berlin erbaut. Im Jahre 1966 erfolgte eine Restaurierung des Instruments durch die Orgelbaufirma Wilhelm Sauer (Frankfurt(Oder)).

Im Innern hat die Kirche eine Putzdecke auf Voute über Stuckgesims.


Seiten-Werkzeuge